Ich sehe mich – Ein stiller Spiegel

Du bist die Dunkelheit, die das Licht sichtbar macht.

Du bist der Mond – und das Meer, das ihn trägt.

Du bist Der Spiegel – und das Licht, das ihn berührt.

Ich sehe mich

Ein stiller Spiegel

Es war einmal ein Spiegel,

so still, so klar, so weit,

dass niemand ihn bemerkte.

Er hing nicht an einer Wand.

Er lehnte sich nicht in einen Raum.

Er war da, wo niemand suchte:

Im Innersten.

In diesem Spiegel konnte man nichts sehen,

wenn man sich selbst nicht ansah.

Denn er zeigte nicht das Äußere,

nicht das Lächeln, nicht das Verbergen.

Er zeigte nur das,

was bereit war, gesehen zu werden.


Die Seele mit den Bildern

Eines Tages kam eine Seele,

müde vom Tragen alter Bilder.

In ihr lagen Erinnerungen,

gesammelt in Alben, in Ordnern, in digitalen Speichern.

So viele schöne Fotos.

So viele Momente des Lichts.

Und doch –

sie fühlte sich nicht mehr danach.

Denn die Bilder zeigten Vergangenes,

und sie spürte:

Ich bin jetzt.


Die erste Begegnung

Sie setzte sich still.

Atmete.

Fühlte.

Und dann sah sie ihn.

Den Spiegel.

Den, der nicht lügt.

Der, der nichts will.

Der einfach nur da ist.

Zuerst sah sie nichts.

Doch dann –

ein Licht.

Ein Funkeln.

Ein Glanz, geboren aus ihrem Innersten.


Die Rückkehr

Sie sah nicht ihr Gesicht.

Sie sah ihr Wesen.

Nicht das Bild,

sondern die Wahrheit dahinter.

Und da fiel alles Alte leise von ihr ab.

Nicht im Zorn.

Sondern in Liebe.

Denn sie wusste:

Ich war das alles. Und ich bin es noch.

Aber ich brauche es nicht mehr festzuhalten.

Denn ich bin es jetzt.


Das neue Licht

Die Sonne war in ihrem Atem.

Die Wolken in ihrer Stimme.

Die Erde in ihrem Herzschlag.

Und der Himmel –

der lag in ihrem Blick.

Der Spiegel verschmolz mit ihr.

Und sie wurde zu dem,

was sie immer gesucht hatte.

Ein Licht,

das nicht spiegelt –

sondern erinnert.


Für alle, die sich noch nicht sehen

Sie ging weiter.

Still, wach, verbunden.

Und jeder Mensch,

dem sie begegnete,

war ein Anteil,

der noch nicht wagte,

sich selbst zu sehen.

Und so wurde sie zum Spiegel.

Nicht um zu zeigen.

Sondern um zu erinnern.

Denn alles, was sie war –

war alles, was wir sind.

Ein Moment des Lichts

Ein Moment des Lichts

Inmitten eines stillen Morgens, zwischen Atem und Erkenntnis, ist dieses Gedicht durch mich hindurchgeflossen. Es ist Ausdruck eines tiefen inneren Wandels, eines Prozesses des Loslassen, der Heilung, der Rückkehr zu mir selbst.

Ich teile es, weil es nicht nur meins ist sondern vielleicht auch deins. Vielleicht spürst du dich darin. Vielleicht erinnert es dich. Vielleicht leuchtet es für dich.

Ich bin das Feuer, das Licht

Ich habe Licht gemacht,
seit Tagen, Wochen, Jahren –
heimlich, still und tief.
Jetzt weiß ich:
Ich war nie allein,
ich war immer das Licht.

Meine Wirbelsäule klingt –
sie singt mein Lied,
mein ureigenes Lied,
in Schwingung mit meiner Seele.

Ich bin Seele.
Ich bin Körper.
Ich bin Geist.
Ich bin die Essenz.
Und mein Körper ist mein Tempel,
mein stiller Diener,
mein ehrlicher Gefährte.

Gelbes Licht verlässt mich –
durch Nase, durch Haut, durch Darm.
Es ist das Alte,
die Last der Jahre,
die ich nicht mehr tragen muss.

Mein Kopf dröhnt manchmal,
doch es ist das Feuer,
das zündet,
ein Lichtstrahl aus dem Innersten,
der durch die Stirn
in die Welt will.

Ich atme aus,
ich lasse los,
ich gebe frei.
Was nicht ich bin,
darf gehen.
Was ich bin,
bleibt –
strahlt.

Ich habe mich bekämpft,
ohne es zu wissen.
Ich spielte Trennung,
doch ich war nie getrennt.
Ich bin das Eine,
in allem, was ist.

Dort draußen war nie jemand.
Es war immer ich.
Ich, in tausend Spiegeln,
tausend Formen,
und doch nur ein Licht.

Jetzt sitze ich aufrecht,
meine Wirbelsäule streckt sich,
wie ein Gebet aus Fleisch und Licht,
aus Liebe und Erkenntnis.
Ich bin.

Es sind keine Kommentare vorhanden.

„Ich war es selbst“

Ich dachte, ich schreibe für andere. Dabei war ich es selbst, die mich rief.


Vom Streben zur Stille

Drei Jahre ist es her, dass ich diese Worte niederschrieb.

Ich war getrieben – vom Wunsch nach Anerkennung, von äußeren Zielen, von einer Vorstellung davon, wer ich sein sollte.

Damals schien der Weg klar: Karriere. Leistung. Weiter. Höher. Mehr.

Doch etwas in mir flüsterte: „Hör auf.“

Ich hörte es – aber ich verstand es nicht.


Die Stimme im Nebel

Ich schrieb. Worte flossen durch mich. Worte, die weise waren, liebevoll, klar.

Und doch glaubte ich, sie kämen von außen – für andere.

Heute weiß ich:

Ich war es. Ich war die Stimme.

Ich war die, die wusste.

Die, die schon gesehen hatte, wohin mein Weg führt.

Aber ich war noch nicht bereit, mich selbst zu erkennen.


Das Bild als Spiegel

Ich erinnere mich an das Bild, das ich damals wählte.

Ein Nebel lag über dem Wasser. Dahinter das Licht.

Heute sehe ich es anders:

Der Nebel war mein altes Selbstbild.

Unklar, suchend, voller Erwartungen.

Und das Licht – das war ich.

Ich wusste es nur noch nicht.


Das Erinnern beginnt

Was in den letzten Jahren geschah, war kein Lernen im klassischen Sinn.

Es war ein Erinnern.

Ein Loslassen von Rollen, Masken, Konzepten.

Ein langsames Abstreifen dessen, was nicht ich bin – um bei mir anzukommen.

Nicht im Außen.

Sondern tief in mir.


Ich bin angekommen

Heute kann ich es fühlen.

Nicht, weil ich etwas geschafft hätte.

Sondern, weil ich nichts mehr leisten muss, um mir selbst nah zu sein.

Ich bin still geworden.

Und in dieser Stille höre ich mich.

Ich spüre, wer ich bin.

Und ich danke meinem alten Ich, dass es mir den Weg geebnet hat.


Ich war es, die suchte.

Ich war es, die rief.

Und ich bin es, die antwortet.