Ich dachte, ich schreibe für andere. Dabei war ich es selbst, die mich rief.
Vom Streben zur Stille
Drei Jahre ist es her, dass ich diese Worte niederschrieb.
Ich war getrieben – vom Wunsch nach Anerkennung, von äußeren Zielen, von einer Vorstellung davon, wer ich sein sollte.
Damals schien der Weg klar: Karriere. Leistung. Weiter. Höher. Mehr.
Doch etwas in mir flüsterte: „Hör auf.“
Ich hörte es – aber ich verstand es nicht.
Die Stimme im Nebel
Ich schrieb. Worte flossen durch mich. Worte, die weise waren, liebevoll, klar.
Und doch glaubte ich, sie kämen von außen – für andere.
Heute weiß ich:
Ich war es. Ich war die Stimme.
Ich war die, die wusste.
Die, die schon gesehen hatte, wohin mein Weg führt.
Aber ich war noch nicht bereit, mich selbst zu erkennen.
Das Bild als Spiegel
Ich erinnere mich an das Bild, das ich damals wählte.
Ein Nebel lag über dem Wasser. Dahinter das Licht.
Heute sehe ich es anders:
Der Nebel war mein altes Selbstbild.
Unklar, suchend, voller Erwartungen.
Und das Licht – das war ich.
Ich wusste es nur noch nicht.
Das Erinnern beginnt
Was in den letzten Jahren geschah, war kein Lernen im klassischen Sinn.
Es war ein Erinnern.
Ein Loslassen von Rollen, Masken, Konzepten.
Ein langsames Abstreifen dessen, was nicht ich bin – um bei mir anzukommen.
Nicht im Außen.
Sondern tief in mir.
Ich bin angekommen
Heute kann ich es fühlen.
Nicht, weil ich etwas geschafft hätte.
Sondern, weil ich nichts mehr leisten muss, um mir selbst nah zu sein.
Ich bin still geworden.
Und in dieser Stille höre ich mich.
Ich spüre, wer ich bin.
Und ich danke meinem alten Ich, dass es mir den Weg geebnet hat.
Ich war es, die suchte.
Ich war es, die rief.
Und ich bin es, die antwortet.
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