Ein Moment des Lichts

Ein Moment des Lichts
Inmitten eines stillen Morgens, zwischen Atem und Erkenntnis, ist dieses Gedicht durch mich hindurchgeflossen. Es ist Ausdruck eines tiefen inneren Wandels, eines Prozesses des Loslassen, der Heilung, der Rückkehr zu mir selbst.
Ich teile es, weil es nicht nur meins ist sondern vielleicht auch deins. Vielleicht spürst du dich darin. Vielleicht erinnert es dich. Vielleicht leuchtet es für dich.
Ich bin das Feuer, das Licht
Ich habe Licht gemacht,
seit Tagen, Wochen, Jahren –
heimlich, still und tief.
Jetzt weiß ich:
Ich war nie allein,
ich war immer das Licht.
Meine Wirbelsäule klingt –
sie singt mein Lied,
mein ureigenes Lied,
in Schwingung mit meiner Seele.
Ich bin Seele.
Ich bin Körper.
Ich bin Geist.
Ich bin die Essenz.
Und mein Körper ist mein Tempel,
mein stiller Diener,
mein ehrlicher Gefährte.
Gelbes Licht verlässt mich –
durch Nase, durch Haut, durch Darm.
Es ist das Alte,
die Last der Jahre,
die ich nicht mehr tragen muss.
Mein Kopf dröhnt manchmal,
doch es ist das Feuer,
das zündet,
ein Lichtstrahl aus dem Innersten,
der durch die Stirn
in die Welt will.
Ich atme aus,
ich lasse los,
ich gebe frei.
Was nicht ich bin,
darf gehen.
Was ich bin,
bleibt –
strahlt.
Ich habe mich bekämpft,
ohne es zu wissen.
Ich spielte Trennung,
doch ich war nie getrennt.
Ich bin das Eine,
in allem, was ist.
Dort draußen war nie jemand.
Es war immer ich.
Ich, in tausend Spiegeln,
tausend Formen,
und doch nur ein Licht.
Jetzt sitze ich aufrecht,
meine Wirbelsäule streckt sich,
wie ein Gebet aus Fleisch und Licht,
aus Liebe und Erkenntnis.
Ich bin.